Wofür leben wir eigentlich?

In all der ominösen Billionen-Nachrichtenlage wird es immer schwerer herauszufinden, wofür wir denn leben, wessen Wirtschaft wir am Leben erhalten durch unseren unermüdlichen Einsatz im Job. Was nützt uns ein steigendes Brutto-Sozialprodukt? Hilft es, gesunde Lebensmittel im Supermarkt auszuwählen? Hilft es, besser auf seine Mitmenschen zu achten?

 

Für wen wurde denn gewirtschaftet?

 

Der Punkt, der durch die jetzigen Krisen wiedereinmal deutlich wird, ist die unfassbare Dummheit des aufgebauten Systems. Die Griechen haben die Demokratie hauptsächlich aus dem Grund eingeführt, um sich selbst zu organiseren und ein gewisses Maß an Glück zu erhalten. Es ging im Freiheit, und die Selbstbestimmung des Volkes – es ging UM das Volk, um seine Zufriedenheit. Auch die Staatstheorien, bspw die Rousseau´sche kreiste um den Menschen – um sein Leben. Bis zur Zeit der wirtschaftlichen Revolution kreisten die Revolutionen primär um einen Aspekt: Die Freiheit des Menschen, und implizit um die Hoffnung und das Glück des Individuums.

 

Die Anfänge des Bundesdeutschen Wirtschaftswunders mögen auch getragen worden sein, von der Hoffnung in jede Familie ein gewissen Maß an Reichtum zu bringen, und somit das Glücksgefühl jedes Einzelnen zu erhöhen. Und heute? Die Hoffnung die verbunden sind mit einem steigenden BIP sind nicht die Erhöhung des Glücksgefühl des Volkes, sondern die Erhöhung des EBIT der größten Unternehmen – im Besonderen die Unternehmen des Finanzsektors. Natürlich sind damit verbunden auch die Steigerung der Arbeitsplätze – aber das Ziel des Wirtschaftens sind sie nicht. Es ist – salopp gesprochen – eher ein Kollateralschaden, denn das Ziel der Intervenierung. Und die Frage ist auch – wer gibt uns das Ziel vor, das BIP zu steigern? Es ist die Politik, die auf die Forderung der Wirtschaft hört gewisse Ansichten zu übernehmen.

 

Was wir von Bhutan lernen können

 

Die grundsätzliche Idee der Occupy Bewegung – nämlich infrage zustellen, dass das Finanzsystem das Zentrum allen Tuns ist – ist eine gerechtfertigte und legitime. Bhutan hat in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle in der Welt inne, in dem es nicht das das steigende BIP, sondern das steigende “Bruttonationalglück” zum politischen und verfassungsrechtlich verankerten Ziel hat. Diesem Beispiel sollten wir uns anschließen. Die frühe Industrie ist einstmals entstanden, damit wir uns besser und billiger ernähren, kleiden und besser wohnen können als unsere Vorfahren. Kurz: Damit unser Glücksgefühl steigt. Dorthin müssen wir wieder zurück. Zurück zu den grundsätzlichen Ideen gesellschaftlichen Zusammenlebens. Dann klappts auch mit dem Nachbarn!

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